Der Gräfelfinger Hutewald

Über rund 3 ha erstreckt sich das Gräfelfinger Hutewaldrelikt, eine ehemalige Waldweide, die die OG Würmtal-Nord zu neuem Leben erweckt hat. Ursprünglich war das Gebiet viel größer: Alte großkronige Eichen in den weitläufigen Gärten im westlichen Gräfelfing zeugen davon. Von Freiham bis Planegg und darüber hinaus stehen immer wieder ältere Eichen zwischen schnellwüchsigen Fichten im benachbarten Wirtschaftswald. Das prominenteste Beispiel einer ehemaligen Waldweide im Würmtal sind die Eichenveteranen von Maria-Eich. Leider sind auch sie zum großen Teil bereits abgestorben, da sie über lange Zeit unter Lichtmangel zu leiden hatten. Um die Eichen auf dem Areal des Evangelischen Handwerkervereins, hinter dem Biergarten „Waldheim“, möglichst lange am Leben zu erhalten, haben wir diese von konkurrenzstarken Nachbarbäumen, vor allem Fichten, befreit und ihnen wieder mehr Licht und Raum verschafft. Wir hoffen, dass diese Pflegemaßnahme noch nicht zu spät kommt und sich die Kronen der freigestellten Eichen wieder erholen, sprich, vermehrt austreiben. Eichen sind Lichtbäume, sie vertragen es nicht, von oben beschattet zu werden. Das nehmen sie übel: Äste sterben ab, die Krone wird schmal und dünnt sich aus.
Eichen gehören zu den artenreichsten heimischen Bäumen, daher wollen wir sie bestmöglich fördern und in ihrer Entwicklung unterstützen. Unser Ziel ist es, nicht nur die Eichen, sondern mit ihnen auch die Biodiversität in der Region stärken.
Neben der Freistellung der Eichen wird es einen Eichenkindergarten geben – eine geschützte Zone, in der die Verjüngung der Eichen gezielt vorangetrieben wird. Zusätzlich erstellen wir einen Käferkeller, in dem sich Käfer und andere Insekten ungestört fortpflanzen können. In unseren Benjes-Hecken finden Hecken- und Bodenbrüter, aber auch kleine Säugetiere, Amphibien und Reptilien Rückzugs- und Nistmöglichkeiten. Zudem wird so der Wurzelbereich einzelner Habitatbäume vor dem Betreten geschützt.


