Wo einst Rinder, Schafe und Schweine weideten – der ehemalige Gräfelfinger Hutewald
Alte Bäume als Lebensraum
Je älter ein Baum ist, desto wertvoller wird er als Lebensraum für viele Tier- und Pflanzenarten. Im Laufe eines Baumlebens bilden sich zahlreiche Habitate: Totholz, Rindentaschen, Asthöhlen, Risse und Spalten, Baumpilze, Blitzrinnen etc., die von Tieren und Pflanzen, aber auch von Pilzen, Moosen und Flechten besiedelt werden. Um diese Habitate zu erhalten, werden die v.a. alten Eichen im Gräfelfinger Hutewald nicht eingekürzt. Auch das Totholz darf im Baum bleiben. Es besteht hier keine Verkehrssicherheitspflicht.
Was sind die ersten Schritte?
Ende Januar 2026 wurden 50 Konkurrenzbäume gefällt, v.a. kurzlebige oder nicht mehr sehr vitale Fichten und Kiefern. Während die gefällten Laubbäume als liegende Torsi auf dem Gelände bleiben, wurden die Nadelbäume mit zwei Rückepferden bodenschonend aus dem Wald gezogen. Da die Qualität der Stämme eine stoffliche Verwendung als Bauholz nicht zulässt, werden sie zu Brennholz und Holzhäcksel.
Die vorhandenen Eichen starten die neue Vegetationsperiode mit mehr Luft und Licht in der Krone. Dadurch werden sie sich künftig besser entwickeln, mehr Photosynthese betreiben und so auch mehr Holz anbauen.
Am 25. April 2026, dem internationalen Tag des Baumes, wird der „Gräfelfinger Hutewald“ offiziell eingeweiht. Eine Infotafel wird die Hintergründe des Hutewaldes und die erforderlichen Maßnahmen erläutern.
In der Folge werden die Bäume vermessen und kartiert. Es soll auch untersucht werden, welche Arten in den alten Eichen leben.

Fazit
Ziel des Projekts ist es:
- Einen historischen Hutewald in Teilen wiederzubeleben,
- eine langlebige und als Lebensraum sehr bedeutsame Laubbaumart wie die Eiche vor Ort zu erhalten,
- die Artenvielfalt auf einem exemplarischen Areal durch die Verbindung von Baumbestand und Offenland zu fördern,
- ein positives Beispiel zu liefern, das zum Nachahmen anregen soll,
- Bewusstsein in der Bevölkerung für den Wert alter, auch absterbender Bäume als Habitatstrukturen für zahlreiche Arten zu schaffen,
- Kinder und Jugendliche durch gezielte Projekte an die Bedeutung der Natur vor Ort heranzuführen.


